HORSENS FOLKEBLAD
"DER, DER DEN SEX ERFUNDEN HAT, WUSSTE WIRKLICH, WAS ER TAT."
Chr. Rimesta
Der alte Groucho Marx-Zitat kommt einem in den Sinn, wenn man die Gemälde betrachtet, die Steffen Kindt morgen in der Galerie Brænderigården in Horsens ausstellen wird.
„Woman in Red“ ist der Titel, den er für die gesamte Serie gewählt hat, und diese Frau in Rot erscheint so gewagt zugeschnitten und herausfordernd auf den Leinwänden platziert, dass selbst der alte Groucho daran Gefallen gefunden hätte.
Stattdessen wagt es nun eine Kasper-Puppe, sich auf einigen der Leinwände zu nähern. Selbst der ansonsten friedliche Märchenbär Paddington wurde von dem 68-jährigen Maler mit einem erotischen Anstrich versehen.
Steffen Kindt, ein gebürtiger Deutscher, der seit 1973 in Dänemark lebt, begann seine Karriere als Typograf und später als Werbefachmann. Ende der 80er Jahre kündigte er seinen sicheren Job und arbeitete freiberuflich als Artdirector und Illustrator. Gleichzeitig begann er zu malen und hatte seine ersten Ausstellungen.
Heute dominiert die Kunst weitgehend sein kreatives Leben, doch die Werbebranche beeinflusst nach wie vor stark seinen Ausdruck. Zum Beispiel ist Steffen Kindts Interesse am Beschneiden der Motive sofort nachvollziehbar; gewagte Beschnitte sind tatsächlich ein wiederkehrendes Element in den Gemälden und Grafiken, die er in der Brænderigården ausstellt. In mehreren der Bilder geht er sogar so weit, dass er mehrere scharf beschnittene Motive miteinander interagieren lässt.
Weibliche Kurven Und die Frau in Rot? Nun, es ist ganz einfach – Frauen haben mehr Kurven als Männer, sagt Steffen Kindt. Gleichzeitig dominieren die Farben Rot und Gelb zusammen mit Schwarz. „Das ist auch ein Überbleibsel aus meiner Zeit in der Werbebranche“, erklärt er. „Als ich anfing, war es oft zu teuer, in vier Farben zu drucken, also bestand die Aufgabe darin, etwas Nützliches aus Schwarz und einer, vielleicht zwei weiteren Farben zu schaffen.“
Dies bedeutet, dass Steffen Kindts Gemälde Erinnerungen an die Pop-Art und insbesondere an eine Berühmtheit wie Roy Lichtenstein hervorrufen. Doch gerade durch das Zuschneiden und die Farbwahl schafft er seinen eigenen Ausdruck – und in mehreren Leinwänden einen sehr erotischen Ausdruck.
Er selbst sagt, dass die Bilder nicht immer Ausdruck bewusster Entscheidungen sind.
„Bei einer Ausstellung fragte mich ein junges Mädchen: Was ist der Zweck Ihrer Bilder? Ich war völlig perplex. Denn ich konnte darauf überhaupt keine Antwort geben.“
